Glasvordach planen: Gefälle, Entwässerung und die Frage der Befestigung

Über dem Kopf gilt nur Verbundsicherheitsglas. Warum ein Vordach Gefälle und eine Rinne braucht, warum die Fassade oft nicht trägt – und warum bei Schnee selten das Glas versagt.

4 Min. Lesezeit

Glasvordach mit Edelstahl-Seilabhängung über einem Balkon

Ein Glasvordach hält den Regen vom Eingang, ohne ihn abzudunkeln – anders als jede Konstruktion aus Blech oder Holz. Es ist zugleich das Bauteil, bei dem am meisten schiefgehen kann, weil es über dem Kopf hängt, dem Wetter ausgesetzt ist und an einer Fassade befestigt wird, die selten so tragfähig ist wie angenommen.

Über dem Kopf gilt nur eines: Verbundsicherheitsglas

Für Überkopfverglasungen ist Verbund-Sicherheitsglas (VSG) Stand der Technik – und der Grund ist unmittelbar einleuchtend. Bei VSG halten die Bruchstücke an der Zwischenfolie: Die Scheibe bleibt oben, mit Rissen, aber sie kommt nicht herunter.

Einscheiben-Sicherheitsglas wäre hier die falsche Wahl. Es ist stoßfester, zerfällt bei Bruch aber vollständig – über einem Hauseingang eine Ladung Krümel aus zweieinhalb Metern Höhe. Mehr dazu im Beitrag ESG, VSG und Isolierglas.

Gefälle: nicht optional

Ein waagrechtes Vordach sieht auf der Zeichnung gut aus und in der Wirklichkeit nach zwei Monaten schlecht. Steht Wasser auf der Fläche, trocknet es ab und hinterlässt jedes Mal, was darin gelöst war – Staub, Blütenstaub, Kalk. Das ergibt matte Ränder, die sich mit der Zeit nicht mehr entfernen lassen.

Deshalb bekommt jedes Vordach ein Gefälle nach vorne, auch wenn man es kaum sieht. Zwei bis drei Grad genügen, damit das Wasser abläuft, statt zu stehen.

Wohin läuft das Wasser?

Die Frage klingt banal und entscheidet über die Zufriedenheit. Ohne Rinne läuft das gesamte Regenwasser der Fläche vorne über die Kante – genau dorthin, wo man steht und den Schlüssel sucht. Bei einem Vordach von anderthalb Metern Tiefe ist das bei Starkregen ein durchgehender Vorhang.

Drei Lösungen, je nach Situation:

  • Tropfkante – das Wasser fällt an der Vorderkante gebündelt herunter. Einfachste und günstigste Variante, sinnvoll bei kleinen Vordächern über schmalen Türen.
  • Vorgesetzte Rinne mit Ablauf zur Seite. Der Klassiker bei Hauseingängen – dort, wo Menschen stehen bleiben.
  • Seitliches Gefälle, wenn daneben eine Fläche ist, auf der das Wasser stören darf.

Im Winter kommt ein zweiter Punkt dazu: Was vorne heruntertropft, gefriert unten. Eine Rinne mit abgeleitetem Ablauf ist deshalb nicht nur Komfort, sondern verhindert die Eisplatte vor der Haustür.

Die Befestigung ist der kritische Punkt

Ein Vordach hängt an der Fassade und trägt neben sich selbst noch Schnee, Wasser und im Zweifel einen abgebrochenen Ast. Woran es befestigt wird, ist deshalb wichtiger als das Glas.

  • Vollziegel oder Beton tragen problemlos.
  • Hochlochziegel brauchen Verbundanker – normale Dübel reißen aus dem Hohlraum.
  • Wärmedämmverbundsystem ist der häufigste Stolperstein bei jüngeren Häusern. Die Dämmung trägt nichts. Es muss durch die Dämmschicht hindurch im Mauerwerk verankert werden, mit Abstandsmontage und sauberer Abdichtung der Durchdringung – sonst hat man in fünf Jahren einen Feuchteschaden hinter der Fassade.

Deshalb sehen wir uns vor Ort an, worin geschraubt wird. Ein Vordach, das im Putz hängt, ist kein Vordach.

Schneelast: nicht das Glas ist zu schwach

Wenn ein Vordach unter Schnee versagt, liegt es selten am Glas. Meistens ist die Unterkonstruktion zu weit gespannt – die Träger stehen zu weit auseinander, und der Riegel gibt nach, bevor die Scheibe es tut.

Ein dickeres Glas in dieselbe Konstruktion zu setzen, verschiebt das Problem nur. Wenn wir ein beschädigtes Vordach ersetzen, sehen wir uns deshalb zuerst die Aufteilung der Felder an und erst danach den Glasaufbau. Manchmal ist die Antwort eine zusätzliche Zugstange und nicht eine stärkere Scheibe.

Zugstangen oder Konsolen

Zwei Bauarten, die unterschiedlich aussehen und unterschiedlich viel verlangen:

  • Zugstangen oder Edelstahlseile nach oben zur Wand. Optisch leicht, verteilt die Last auf zwei Höhen und braucht deshalb weniger Tragfähigkeit an einer einzelnen Stelle. Verlangt allerdings Wandfläche über dem Vordach.
  • Konsolen von unten. Kommen ohne obere Befestigung aus, sind bei größeren Auskragungen aber massiver und sichtbarer.

Was sonst noch zu klären ist

Baurechtlich: In Schutzzonen und bei denkmalgeschützten Fassaden ist ein Vordach eine Veränderung des Erscheinungsbildes und braucht eine Abstimmung mit der Behörde. Das gilt in Wien wie im Umland – nur nach unterschiedlichen Bauordnungen. Klären Sie das, bevor bestellt wird.

Reinigung: Man sieht die Oberseite nicht, verschmutzt wird sie trotzdem – Blätter, Blütenstaub, bei Bäumen in der Nähe auch Harz. Einmal im Jahr abkehren und abspülen genügt; wer es jahrelang liegen lässt, bekommt dieselben eingebrannten Ränder wie bei stehendem Wasser.

Häufige Fragen

Kann ein Vordach im Winter unter Schnee brechen?

Bei richtiger Auslegung nicht. Kritisch wird es bei nassem Schnee, der ein Vielfaches von Pulverschnee wiegt, und bei Konstruktionen, die für die tatsächliche Lage zu knapp bemessen sind. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr bestehendes Vordach das aushält: Wir sehen es uns an.

Muss ich Schnee vom Vordach räumen?

Bei einer korrekt ausgelegten Konstruktion nein. Räumen Sie jedenfalls nicht mit einer Schaufel – eine Kerbe an der Glaskante ist bei Sicherheitsglas kein Schönheitsfehler, sondern der Punkt, an dem der Bruch beginnt.

Wird es unter dem Vordach dunkler?

Bei klarem Glas kaum. Satiniertes oder getöntes Glas nimmt spürbar Licht – bei einem nach Norden liegenden Eingang, der ohnehin dunkel ist, wäre das die falsche Wahl.

Hält es einen herabfallenden Ast aus?

Das hängt an Ast und Aufbau. VSG bleibt in der Regel stehen, auch wenn es bricht – das ist genau der Zweck. Ersetzt werden muss die Scheibe danach trotzdem: Ihre Tragfähigkeit ist aufgebraucht.

Was kostet ein Glasvordach?

Der Preis hängt an Größe, Auskragung, Befestigungsart und vor allem am Untergrund – eine Montage am WDVS ist aufwendiger als eine am Vollziegel. Wir sehen uns die Fassade an und rechnen es durch. Ausgeführte Vordächer finden Sie in der Galerie.

Anfrage

Wir melden uns bei Ihnen

Beschreiben Sie kurz, worum es geht. Wir melden uns mit einer Einschätzung, einem Preisrahmen und einem Terminvorschlag.

Lieber telefonieren?

Rufen Sie einfach an

Manches ist am Telefon in zwei Minuten geklärt – ob bei Ihnen ein Fall für die Glaserei vorliegt, was ungefähr zu erwarten ist, und wie schnell es gehen kann.

+43 1 662 76 37 Preise ansehen

Dringend? Der Notdienst ist rund um die Uhr erreichbar: 0699 15 000 547

Notdienstrund um die Uhr